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Foto: iStock.com/Olga Budrina

E-Rezept: Digital ist das neue Rosa

Januar 2024: Stellen Sie sich vor, Sie sind krank und brauchen ein Medikament. Sie gehen zum Arzt, der Ihnen ein Rezept ausstellt. Anstatt eines rosafarbenen Papierzettels erhalten Sie einen Rezeptcode auf Ihr Smartphone geschickt. Seit dem 1. Januar 2024 sind Ärztinnen und Ärzte verpflichtet, für verschreibungspflichtige Medikamente ein E-Rezept auszustellen. Wie funktioniert das E-Rezept, welche Vorteile bietet es und was ist zu beachten?

E-Rezept steht für elektronisches Rezept und ist eine digitale Form der Verordnung von verschreibungspflichtigen Arzneimitteln. Seit dem 1. Januar 2024 sind Ärztinnen und Ärzte in Deutschland verpflichtet, das E-Rezept zu nutzen, wenn sie verschreibungspflichtige Arzneimittel verschreiben. Das E-Rezept soll das bisherige Papierrezept (rosa Zettel) ablösen und den Patientinnen und Patienten mehr Komfort und Sicherheit bieten. Das E-Rezept wird von der Ärztin oder dem Arzt elektronisch erstellt, signiert und auf einem zentralen System, dem E-Rezept-Fachdienst, gespeichert. Die Patientinnen und Patienten können das E-Rezept mit Ihrer elektronischen Gesundheitskarte (eGK), einer speziellen App oder einem Papierausdruck in einer Apotheke Ihrer Wahl einlösen.

Das E-Rezept soll den Praxis- und Apothekenalltag erleichtern, indem es administrative Aufgaben reduziert, das Medikamentenmanagement verbessert und die Fernbehandlung ermöglicht. Das E-Rezept ist bereits in mehr als 90 Prozent der Praxisverwaltungssysteme installiert und wird seit September 2022 bundesweit von den Apotheken akzeptiert.

E-Rezept: So funktioniert‘s

Aber wie funktioniert das E-Rezept eigentlich und was müssen Patientinnen und Patienten beachten? Wir erklären Ihnen Schritt für Schritt, wie ein E-Rezept ausgestellt und eingelöst wird und was Sie dafür benötigen.

  1. E-Rezept beantragen
    Wenn Sie sich bei Ihrem Arzt oder Zahnarzt mit Ihrer elektronischen Gesundheitskarte identifiziert haben und ein verschreibungspflichtiges Medikament verschrieben bekommen, wird ein digitales Rezept erstellt und signiert. Dieses E-Rezept wird schließlich in der Arztpraxis auf einem zentralen System, dem E-Rezept-Fachdienst, abgelegt.
     
  2. E-Rezept einlösen

    Um Ihr E-Rezept einzulösen, haben Sie drei Möglichkeiten:
    Mit Ihrer elektronischen Gesundheitskarte (eGK): In der Apotheke wird Ihre elektronische Gesundheitskarte in das Kartenlesegerät gesteckt. Apothekerinnen und Apotheker rufen über den E-Rezept-Fachdienst auf diese Weise Ihr E-Rezept auf und lösen es ein. Eine PIN-Eingabe von Ihrer Seite ist hierfür nicht notwendig. Ihr E-Rezept ist nicht auf Ihrer eGK gespeichert. Mit Ihrer Gesundheitskarte erhält die Apothekerin oder der Apotheker lediglich Zugang zum E-Rezept-Fachdienst, dem zentralen System, auf dem Ihr E-Rezept hinterlegt ist.

    Per E-Rezept-App: Zum Verwalten Ihrer E-Rezepte können Sie eine spezielle, vom Bundesgesundheitsministerium bereitgestellte App nutzen. Die App heißt „E-Rezept App“ und ist kostenlos für Android- und iOS-Geräte verfügbar. Mit der App können Sie Ihre E-Rezepte einsehen, löschen oder weiterleiten. Außerdem sehen Sie in der App, welche Apotheken Ihr E-Rezept akzeptieren und welche Online-Apotheken oder Botendienste Ihr Medikament liefern können.

    Für die Anmeldung in der E-Rezept App benötigen Sie eine NFC-fähige elektronische Gesundheitskarte mit dazugehöriger Versicherten-PIN. Seit September 2020 geben alle Krankenkassen in Deutschland nur noch NFC-fähige elektronische Gesundheitskarten aus. Ob Sie eine NFC-fähige Gesundheitskarte besitzen, erkennen Sie auf Ihrer Gesundheitskarte an einer sechsstelligen Nummer unter der Deutschlandfahne oben rechts in der Ecke. Sollten Sie sich nicht sicher sein, ob Sie eine NFC-fähige elektronische Gesundheitskarte besitzen, oder Sie möchten eine solche ausgestellt bekommen, setzen Sie sich am besten mit dem Kundenservice Ihrer Krankenkasse in Verbindung. Eine Übersicht aller E-Rezept-Informationsportale der Krankenkassen finden Sie hier.

    Nach der Anmeldung in der E-Rezept App können Sie digital Ihre Rezepte einsehen, in der Apotheke den Rezeptcode vorzeigen und das E-Rezept damit einlösen oder in der App das E-Rezept einer Apotheke zuweisen sowie eine Medikamenten-Bestellung aufgeben.

    Per Papierausdruck: Auf Wunsch erhalten Sie in Ihrer Arztpraxis einen Rezeptausdruck. Hierbei handelt es sich nicht mehr wie bisher um einen rosafarbenen Zettel, sondern um einen Papierausdruck mit Rezeptcode. In der Apotheke wird dieser Rezeptcode dann gescannt und Ihnen das Medikament ausgegeben. Wichtig: Der Papierausdruck selbst ist kein Rezept, sondern gibt lediglich die für die Einlösen des E-Rezepts notwendigen Zugangsdaten aus. Dies ist von Vorteil, wenn Sie Ihre E-Rezept nicht selbst, sondern von einer Person Ihres Vertrauens in der Apotheke einlösen lassen wollen.

Wo können Sie das E-Rezept einlösen?

Einlösen können Sie Ihre E-Rezept entweder vor Ort in der Apotheke Ihres Vertrauens, in einer Online-Apotheke oder Sie beauftragen einen Botendienst, der mit Ihrer Apotheke zusammenarbeitet und Ihnen das benötigte Medikament gleich bis vor die Haustür liefert.

Was benötigen Sie für das E-Rezept?

Um das E-Rezept nutzen zu können, benötigen Sie folgende Dinge:

  • Eine elektronische Gesundheitskarte (eGK)
  • Optional: Die „E-Rezept App“ vom Bundesgesundheitsministerium
  • Bei Nutzung der E-Rezept App: ein Smartphone mit Internetzugang und zur Anmeldung in der App eine NFC-fähige elektronische Gesundheitskarte mit Versicherten-PIN der jeweiligen Krankenkasse

Wie sicher ist ein E-Rezept?

Grundsätzlich gilt: Nur Sie selbst oder die Person mit Rezeptcode und dazu gehöriger elektronischer Gesundheitskarte, sowie die ausstellende Praxis und eine berechtigte Apotheke können Ihre Rezepte einsehen. Vom Zeitpunkt der Rezepterstellung bis zur Einlösung in der Apotheke werden die Daten Ihres E-Rezepts verschlüsselt in der Telematikinfrastruktur (TI) gespeichert. Die Telematikinfrastruktur ist ein Datennetzwerk für Gesundheitsdaten in Deutschland, an das Arztpraxen, Krankenhäuser und Apotheken angebunden sind. So soll ein schneller und unkomplizierter Austausch medizinischer Dokumente zwischen den behandelnden Ärzten gewährleistet werden.

Was sind die Vorteile des E-Rezepts?

  • Einsparen von Zeit und Wegen: Der größte Vorteil eines E-Rezeptes liegt für Patientinnen und Patienten in der Einsparung von unnötigen Wegen. E-Rezepte können auch im Rahmen einer Video-Sprechstunde ausgestellt werden. Eine Anwesenheit in der Arztpraxis ist für das Ausstellen eines E-Rezeptes nicht zwingend nötig. Wege in die Arztpraxis für Folgerezepte oder in die Apotheke lassen sich durch das E-Rezept einsparen.
  • Mehr Flexibilität: Des Weiteren können Sie über die E-Rezept-App bequem online die Verfügbarkeit Ihres verschriebenen Medikamentes in Ihrer favorisierten Apotheke überprüfen und – falls verfügbar – dort zurücklegen lassen. Gleichzeitig lässt sich in der App anzeigen, in welcher Apotheke das verschriebene Medikament vorrätig ist. Zusätzlich ist es für Personen Ihrer Wahl mit Rezeptcode und elektronischer Gesundheitskarte möglich, Ihr E-Rezept in der Apotheke für Sie einzulösen. Ist Ihnen selbst der Weg in die Apotheke nicht möglich, können Sie zudem auf digitalem Weg bequem einen Botendienst beauftragen. So erhalten Sie Ihr Medikament nach Hause geliefert. Gerade im ländlichen Raum mit weiten Wegen zu Arztpraxen und Apotheken und schwachem öffentlichen Verkehrsnetz lässt sich die Gesundheitsversorgung für Menschen mit Mobilitätseinschränkungen so besser gewährleisten.
  • Weniger bürokratischer Aufwand: Abläufe in der Rezeptausstellung werden vereinfacht. Folgerezepte können ausgestellt werden, ohne dass die Praxis erneut aufgesucht werden muss. Das entlastet die Wartezimmer und entschlackt den bürokratischen Aufwand im Praxismanagement. Gleichzeitig müssen Apotheken kein aufwändiges Zettelmanagement der eingelösten Rezepte betreiben und haben weniger Warteschlangen ihrer Kundschaft vor Ort zu betreuen.
  • Verbesserte digitale Anwendungen in der Medikationsverschreibung: Auf das E-Rezept können weitere digitale Anwendungen aufbauen. Das Erstellen von Medikationsplänen, Erinnerungen an das Einnehmen von Medikamenten, sowie die Folgerezeptausstellung oder eine Wechselwirkungsüberprüfung zwischen verschriebenen Medikamenten sind dadurch möglich.

 

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